Lebensweise und Nahrung
Die Lebensweise der Katzen ist recht unterschiedlich. Es gibt Arten, die als Einzelgänger leben, aber auch solche, die als Paare zusammenleben, und schließlich gibt es Arten, die Familien oder Mutterfamilien bilden. Große Rudel bilden aber nur die Löwen, die in den Savannen südlich der Sahara leben. Alle Katzen sind angepasst an das Leben am Boden oder auf Bäumen. Tiger und Jaguar gehen zum Beispiel aber auch ins Wasser. Katzen sind Fleischfresser. Hauptsächlich leben sie vom Fleisch warmblütiger Tiere, aber auch Fische und Reptilien gehören zu ihrer Nahrung. Bei der Jagd lauern die Katzen ihrer Beute auf und hetzen sie dann - allerdings nur über kurze Strecken. Sie töten kleinere bis mittelgroße Tiere mit einem gezielten Biss in den Nacken, großen versetzen sie einen Prankenschlag und töten sie dann durch einen Biss in die Kehle.

Fellmusterung
Ihr oftmals bunt gemustertes Fell ist der Grund dafür, dass viele Katzenarten in ihren Beständen bedroht sind, da sie oft rücksichtslos gejagt werden. Beim Muster des Felles lassen sich folgende Unterscheidungen treffen: Eine Streifung besitzen zum Beispiel Wildkatze, Nebelparder und Tiger, ein gepunktetes Fell haben unter anderem Gepard, Luchs und Serval, am Ringmuster des Felles erkennt man den Ozelot, Rosetten hat ein Leopard und Rosetten mit Innenpunkt besitzt der Jaguar. Auch wenn die erwachsenen Tiere ein einfarbiges Fell haben, weisen die Jungtiere bei vielen Arten Flecken oder Punkte auf. Das ist etwa der Fall beim Löwen und beim Puma. Einen deutlichen Unterschied zwischen erwachsenen Männchen und Weibchen findet man nur bei den Löwen. Bei ihnen haben die Männchen fast alle mächtige Kopf- und Schultermähnen.

Die Hauskatze
Unsere Hauskatze stammt hauptsächlich von der Nubischen Falbkatze ab, einer Unterart der Wildkatze, die in Palästina und in Ägypten zu Hause ist. Zuerst wurde die Katze von den Ägyptern zum Haustier gemacht, in römischer Zeit wurde sie im Mittelmeerraum und bis hin nach Mitteleuropa verbreitet.

Hauskatze und Kulte
Schon im alten Ägypten wurden die Katzen als Götter verehrt, so im Neuen Reich als Erscheinungsform des Sonnengottes Re, der als »Großer Kater« erscheint und die Apophis-Schlange tötet. Viele Göttinnen hatten die Gestalt einer Löwin, so etwa Hathor, Bastet und Mut. Anders als den Löwinnen in der Natur wurde diesen Göttinnen mit Löwengestalt eine besondere Sanftheit zugesprochen, die man durch spezielle Rituale anrief. Viele Amulette und Statuetten, die Katzengöttinnen zeigen, sind aus dieser Zeit erhalten. Es wurden auch Katzenmumien gefunden, die auf Friedhöfen unter anderem in Bubastis und Heliopolis begraben waren.

Rassen
Bei den Hauskatzen unterscheidet man zwischen den nicht rassereinen Katzen und den Edel- oder Rassekatzen, die ein Stamm- und Zuchtbuch besitzen. Die Katzenzuchtverbände haben sehr enge Zuchtkriterien festgelegt. Bei den Rassekatzen ist zu unterscheiden zwischen Langhaarrassen mit seidigem, langhaarigem Fell und Kurzhaarrassen mit kurzen, dichten und feinen Haaren. Zu den Kurzhaarkatzen gehören: die Europäische Kurzhaarkatze, die Kartäuserkatze, die Siamkatze, die Burmakatze, die Havannakatze, die Rexkatze und die Manxkatze. Langhaarrassen sind unter anderem Perserkatze, Colourpoint (Khmer) und Birmakatze.

Alter und Fortpflanzung
Hauskatzen können bis zu 27 Jahre alt werden, was allerdings nur selten vorkommt. Denn eigentlich rechnet man ein Katzenjahr in etwa sechs Menschenjahre um. Hauskatzenweibchen tragen 63-65 Tage und werfen dann, meist in einem Versteck, 3-6 Junge. Auch Hauskatzenweibchen werden rollig, so wie ihre Verwandten in der freien Natur. Dies geschieht bei Hauskatzen in den Monaten Februar, Juni und Oktober.

Krankheiten
Hauskatzen müssen unbedingt gegen Krankheiten wie Katzenseuche, Katzenschnupfen und Tollwut geimpft werden. Am besten spricht man die Termine vor der Geburt der kleinen Katzen mit dem Tierarzt ab. Neben Tollwut ist die Toxoplasmose eine Krankheit, die auch auf Menschen übertragen werden kann. Dies betrifft vor allem Schwangere und erfolgt über den Katzenkot. Zur Vorbeugung sollte man auf eine regelmäßige Desinfizierung der Kotkästen achten, zudem gekochtes Fleisch, das frei von Erregern ist, verfüttern und auch darauf achten, dass die Katze keine Vögel oder Kleinsäuger jagt, da diese ebenfalls infiziert sein können. Die weitverbreitete Katzenhaarallergie wird verursacht durch Proteine aus dem Speichel der Katze, die auf das Fell gelangen, wenn die Katze es bei der Körperpflege ableckt. Allergiker reagieren aber auch auf winzige Haarfragmente, die sie einatmen.