Dazu kommt, dass ich nicht alleine bin, mein Frauchen hat noch zwei Hunde. In den meisten Fällen halte ich mich aus allem raus und ziehe mich zurück, wenn es zu hektisch und zu heftig wird. Ab und zu allerdings muss ich für Ruhe sorgen und klopfe den beiden Hundedamen dabei schon mal auf den Kopf, geht bei mir ganz schnell und sieht für Zweibeiner wohl recht lustig aus, da sie dabei manchmal richtig laut lachen. Meinen Hundedamen schadet das alles nicht, die ziehen sich ganz kurz zurück und sind dann ebenso schnell wieder an mir dran. Das Spiel heißt, Rache ist süß, fang die Katz, doch da lache ich dann immer ganz laut, weil diese zwei schweren unbeweglichen Hundedamen in ermüdender Regelmäßigkeit an diesem Spiel verzweifeln. Manchmal tue ich so, als hätten sie mich fast, um ihnen dann den Rest zu geben. Verzweiflung hat einen Gesichtsausdruck und den sehe ich bei so was in den Gesichtern meiner vierbeinigen Mitbewohner. Vor mehr als einem Jahr sind wir ein weiteres Mal umgezogen und nun wurde ich von einer Stadtmieze zu einer echten Landmieze. Ich wohne jetzt irgendwo in der Pampa. Dort ist wirklich alles zu spät.

Pampa habe ich mal in Katzenpedia gesucht und folgendes gefunden:

Pampa: Ödland; Provinz; abgelegenes Gelände; außerhalb der Stadt liegende Gegend

Ödland, so beschreibt man das, aber das ist kein Ödland, das ist ein Fleck, der noch erforscht werden muss. Da ist Hopfen und Malz verloren und doch habe ich dort was gelernt. Ich habe die Mäusejagd perfektioniert, weil ich dort auf einmal von meinem Frauchen Freigang bekommen habe. Eine ruhige Gegend, für mich oft zu ruhig, also bringe ich eben ein wenig Leben in die eigenen vier Wände. Dazu muss ich nur eine Maus fangen und diese dann lebendig mit nach hause bringen, ich sage euch, das ist ein Spaß, das glaubt nur der, der es wahrhaftig gesehen und miterlebt hat. Ich bringe also diese Maus mit und alle anderen Mitbewohner unserer lustigen WG sind bereits zuhause und machen irgendwas belangloses und dann komme ich und zwar mit Maus und lasse genau diese in der Wohnung wieder frei. Dann setze ich mich auf den Wohnzimmertisch und blicke gespannt herab, wissend was gleich passieren wird. Mein Opfer, die Maus, ist eine wilde Feldmaus und keine Hausmaus, also will sie raus auf ihr Feld und zwar sofort. Meine vierbeinigen nicht immer gut riechenden Mitbewohner sehen das jedoch anders und knallen total durch. Ich, die Katze, sitze auf meiner erhabenen Position, dem Wohnzimmertisch und blicke herab, wie sich zwei völlig unkoordinierte vierbeinige Hundedamen dran machen, meine Position als Mäusejägerin in Anspruch zu nehmen. Leute ich sage euch, so was müsst ihr gesehen haben. Ist das komisch, da braucht man keine weitere Unterhaltung, wenn man so was zuhause hat. Man kann auch sagen, irgendwie hat das was von Tom und Jerry, nur dass anstelle von Tom zwei Hundedamen namens Mimie und Pira den kleinen Jerry jagen. Mein Frauchen ist bei so was etwas unentschlossen zwischen, ich hau hier einfach ab und irgend jemand sollte die Maus aus dem Haus jagen.
Ein Schauspiel der aller ersten Güte, nicht umsonst hat Gott die Katze geschaffen und ihr dann zwei – und vierbeinige Untertanen an die Seite gestellt, die ihr dienen müssen und sollen.